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Interdisziplinäre Studien
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THEMA: Einführung in interdisziplinäre Studien

Einführung in interdisziplinäre Studien 8 Jahre 2 Monate her #49

Über die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz als Grundlage interdisziplinärer Studien sprach Maharishi Mahesh Yogi erstmals Anfang der 1970er Jahre. Aus dieser Zeit kann ich hier einiges aus eigenem Erleben berichten. Die zentrale Erfahrung dieser Jahre waren erste Schritte der Erweiterung der objektiven Wissenschaft in Richtung des wissenschaftlich-exakten subjektiven Zugangs zur Wirklichkeit.

Auch heute - 40 Jahres später - ist sich die Mehrheit der akademischen Wissenschaftler noch nicht bewusst, wie überlebenswichtig eine solche Erweiterung ist und dass sie nicht dem Menschen von aussen verordnet oder durch die Kommunikations-Medien vermittelt werden kann, sondern vom einzelnen spontan und natürlich gewollt werden muss.

Wenn im gegenwärtigen Erziehungssystem der interdisziplinäre Blick über einen einzigen engen Fachbereiche hinaus schon viele überfordert, wie fern ist dann die Verwirklichung der gemeinsamen Grundlage von Natur- und Geisteswissenschaften, wie z.B. die Verbindung von Physik und Philosophie?

Die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz beseitigt diese Lücke im Erziehungssystem, in dem sie eine - für jeden Menschen gültige - Vorgehensweise anbietet: die Transzendentale Meditation, welche die schrittweise, natürliche Entfaltung kreativer Intelligenz bewirkt, was zwar als Potential im Gehirn jedes einzelnen angelegt ist aber nur zu einen geringen Bruchteil genutzt wird. Erst wenn der natürliche und selbst-bezogene Entfaltungsprozess der kreativer Intelligenz durch die Transzendentale Meditation begonnen hat, greift auch die von aussen aufgenommene Information und zwar genau in dem Masse wie die Bewusstseinsentwicklung voranschreitet.

Das ist der Ansatzpunkt dieses Wissenschaftsforum, wo jeder die während der eigenen persönlichen Entwicklungsschritte gewonnenen Erfahrungen weitergeben kann, damit andere darin bestätigt werden auf ihrem eigenen Weg weiterzugehen und um gleichzeitig eine Gesamtschau aller möglichen Sichtweisen der Wirklichkeit vorzubreiten. Das Schwergewicht dieses Forums liegt deshalb auf den Methoden und nicht so sehr auf Fach- und Sachinformationen.


1. Fächerübergreifende Forschungsansätze

Die interdisziplinäre Betrachtungsweise hat im 20. Jahrhundert langsam Eingang in das akademische Denken gefunden. Einige wenige reife Geister spielten dabei eine Vorreiterrolle. Abhängig von der Art und dem Grad der Integration der Fachdisziplinen wird zwischen Trans-, Inter- und Multidisziplinarität unterschieden.

(1)Die schwächste Form fächerübergreifender Kooperation und damit die geringste Nutzung kreativer Intelligenz ist die Multidisziplinarität wo weder ein einheitlicher begrifflicher Rahmen(Terminologie) noch eine gemeinsame Methodik angestrebt wird, sondern sich die einzelnen Fächer nur zur Bearbeitung einer gemeinsamen Fragestellung zusammenfinden.

(2) Interdisziplinarität entspricht dann der zunehmenden Entfaltung kreativer Intelligenz durch einen über die Disziplingrenzen hinausführenden Integrationsprozess, der sich als Entwicklung einer gemeinsamen Sprache sowie fächerübergreifender Methoden und Qualitätskriterien ausdrückt. Beispiele etablierter interdisziplinärer Wissenschaften aus dem akademischen Bereich sind Physikalische Chemie, Biochemie, Biophysik oder Molekularbiologie. Sie entsprechen ersten Anfängen der kreativen interdisziplinären Integration.

(3) Der höchste Grad interdisziplinärer Integration durch kreative Intelligenz drückt sich in Bestrebungen aus, zu einem universellen Einheitsprinzip vorzudringen wie z.B. das Vereinheitlichte Feld der Quantenfeldtheorie. Unter Transdisziplinarität als Prinzip integrativer Forschung versteht man heute meist die Vorgehensweise Wissen(Theorie) und Organisationskraft(Praxis) miteinander zu verbinden.

Dass es dem Subjekt unmittelbar möglich ist, gesichertes fächerübergreifendes Wissen zu erlangen, dafür gab es für mich damals in Frankfurt - wo ich Chemie, Physik und Mathematik studierte und wo ich auch die Transzendentale Meditation erlernte - zwei bedeutende Persönlichkeiten als Musterbeispiel. Der eine war Prof. Hermann Hartmann Direktor des Institutes für physikalische Chemie, und der andere Gualterio Weiss, ein in Frankfurt ansässiger Kaufmann.

Gualterio Weiss war damals Leiter der deutschen TM-Organisation und deshalb in ständigem engen Kontakt mit Maharishi. Auch übersetzte er zu der Zeit Maharishi`s Kommentar der Bhagavad Gita ins Deutsche.

Prof. H. Hartmann war ein aussergewöhnlicher akademischer Lehrer und Wissenschaftler. Nicht nur, dass er neben seiner breitgefächerten wissenschaftlichen Tätigkeit auch die alten Philosophen im griechischen und lateinischen Original studierte, er besass auch eine bemerkenswert hoch entwickelt Intuition. Als sein Schüler, Doktorand und Mitarbeiter habe ich versucht, sein Lebenswerk in Form einer Wikipedia-Biographie angemessen zu würdigen:

de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hartmann_(Chemiker)

en.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hartmann

Den hohe Grad an Kreativer Intelligenz, den Gualterio Weiss und Prof. Hartmann vorlebten, machten mir den subjektiven Zugang zu gesichertem Wissen zu einem realen Ziel, das es lohnt ernsthaft anzustreben.

2. Ritambhara Pragyan

In den Konferenzräumen der Firma von Gualterio Weiss in Frankfurt trafen sich in den 1960er Jahren jeden Donnerstag Ausübende der Transzendentalen Meditation zu einer einstündigen Friedensmeditation. Diese gemeinsamen Meditationen waren immer so tief und erfüllend , das ich so oft es ging an der Gruppenmeditation teilnahm. Ebenso stark wie die Meditations-Erfahrung war aber für mich auch die Anziehungskraft, die von Gualterio Weiss als Person ausging. Die Gruppe ging nämlich nach der Meditation nicht auseinander, sondern Gualterio Weiss beantwortete genüsslich und ausführlich all die Fragen, die ihm gestellt wurden. Was mich dabei immer wieder erstaunte war seine Fähigkeit, auf jede Frage eine genau den Kern treffende Antwort zu geben; schnell und ohne nachzudenken fand er die richtigen Worte. Eines Tages fragte ich ihn wie eine solche Sicherheit in der Wissensvermittlung erlangt werden kann. Er sagte dazu nur: Gehen sie zu Maharishi. Das habe ich dann auch getan.

Als ich im Sommer 1970 meine Diplomchemiker Hauptprüfung abgeschlossen hatte und ich zur Regeneration einen Meditations-Vertiefungskurs (geleitet von Ingrid Thörner im Hunsrück) besuchte, hörte ich vom ersten Kurs der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz in Kalifornien an der Universität in Stanford. Aus der Reise dorthin wurde nichts, weil Maharishi selbst im September/Oktober einen entsprechenden Kurs in Kössen, Österreich, abhielt und dann gleich anschliessend drei aufeinander folgende Lehrerausbildungskurse auf Mallorca. Auf diesen drei bis ende Mai 1971 laufenden Kursen sprach Maharishi wiederholt über die Ebene des menschlichen Geistes wo zu jeder Frage auch die Antwort gegebenen ist:

There is a level of consciousness called ritambhara pragyan which is non-variable in its nature, and therefore, on that level, the knowledge of an object never changes but remains authentic and truly scientific for all times.

(Zitat von Maharishi aus Creative Intelligence – an international publication devoted to the Science of Creative Intelligence Heft 2, Seite 2)

Auf der Ritam-Ebene des Bewusstseins hat nicht nur jede Frage sofort eine Antwort sondern jeder Wunsch findet schnellstmögliche Erfüllung, d.h. der Gedanke allein genügt, um die Wirkung hervorzubringen. Spontaneität ist das wesentliche Kennzeichen dieser Ebene, denn jede Art von Anstrengung führt bzw. hält das Denken auf einer begrenzen, angeregten Ebene.

Im Einheitsbewusstsein findet das Denken ständig auf der Ritam-Ebene statt und deshalb ist die Erkenntnis in diesem höchsten Bewusstseinszustand immer völlig exakt und sicher. Weil alle Naturgesetze spontan mit einbezogen sind, ist die Ritam Ebene grundlegender als Bereiche wo nur ein einziges oder auch mehrere Naturgesetze lebendig sind.


3. Erster Kurs der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz

Während eines Arbeits- und Planungstreffens im Frühjahr 1972 mit Maharishi in Fiuggi Italien entstand die Idee eines kompakten 33 Lektionen Kurs über die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz (WKI), die dann sofort umgesetzt wurde. Die Video-Aufzeichnungen dieses Kurses werden noch heute benutzt und berühren jeden, unanhängig vom Bildungsstand. Das Curriculum und Vorlesungsverzeichnis der Maharishi International University (MIU) aus dem Jahre 1974 enthält eine sehr ausführliche Darstellung dieses ersten Kurses der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz (WKI) wobei drei Aspekte besonders hervorgehoben werden:

(1) Die Prinzipien zur Erfahrung der reinen Natur der Kreativen Intelligenz

Prinzip der Anfangsbedingung, Prinzip der Gravitation, Prinzip wachsender Freude, Prinzip des bequemen Fortbewegungsmittels, Prinzip der Intelligenz durch Ruhe,

(2) Die Qualitäten der Kreativen Intelligenz

expansiv, integrativ, progressiv, innovativ, differenzierend, selbst-genügsam, Einheit der Gegensätze, selbst-rückbezüglich, selbst-beschleunigend, unbesiegbar, selbst-vervollkomnend, ganzheitlich, etc., insgesamt 40 Qualitäten

(3) Die Prinzipien, die für die Entfaltung der Qualitäten der Kreativen Intelligenz verantwortlich sind.

Prinzip der Integration von Ruhe und Aktivität, Prinzip der Beseitigung von Hindernissen auf dem Weg

Dieser erste WKI-Kurs bildete damals die Grundlage der 1972 in Kalifornien gegründeten Maharishi International University (MIU) die inzwischen in Iowa ihren Sitz hat und in Maharishi University of Management (MUM) umbenannt wurde. Die erste internationale Zeitschrift für Creative Intelligenz erschien ab 1972 in Grossbritannien ( Redakteur Anthony Campbell).

In Deutschland ist die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz seit dem Sommersemester 1973 ein Bestandteil des Studium Generale der Universität Stuttgart. Das Vorlesungsverzeichnis des Studium Generale von 1974/75 betont die Neurophysiologie des Lernens und ihre Bedeutung im Leben des Studenten. Es heisst dort u.a.:

Denken ist eine Funktion des Gehirns. Jedem Denkvorgang entsprechen spezifische, elektrophysiologische und biochemische Vorgänge in den Nervenzellen und ihren Funktionseinheiten. Transzendentale Meditation erzeugt ein Gehirnwellenmuster, das geordnetem, kohärentem und nicht-ablenkbarem Denken entspricht, und verankert es in der neurophysiologischen Funktionsweise des Gehirns. Insbesondere zwei Messverfahren haben aufsehenerregende und relevante Ergebnisse gebracht: das Elektroenzephalogramm (EEG), das die elektrischen Ströme des Kortex (Grosshirnrinde) misst, in der die Denkprozesse ablaufen, und der elektrische Hautwiderstand, der über die allgemeine Stabilität des Nervensystems einschliesslich der emotionalen Stabilität Aufschluss gibt. Die EEG-Analysen von Banquet, Frankreich, zeigen, dass die während und nach der Transzendentalen Meditation aufgezeichneten Gehirnwellen bemerkenswert synchron und kohärent verlaufen. Dies lässt auf eine hohe Integration und Koordination verschiedener Gehirnregionen schliessen. In der nachgewiesenen Gehirnwellen-Synchronisation sind drei unterschiedliche Typen der Integration eingeschlossen:
(1) Integration von rechter und linker Gehirnhälfte,
(2) Integration der vorderen und hinteren Gehirnregionen,
(3) Integration von Oberflächen und Tiefenregionen des Gehirns.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Transzendentale Meditation als eine sehr natürliche und leicht erlernbare Technik erwiesen hat. Sie ruft in den grösseren Nervenzellengruppen, aus denen sich das Gehirn zusammensetzt, unmittelbar ein kohärentes und geordnetes Funktionsmuster hervor. Dies spiegelt sich in der synchronen elektrischen Gehirnaktivität wider, die ihrerseits wieder eng mit dem vielfältigen Wirken der kreativen Intelligenz im Leben der Schüler und Studenten zusammen zuhängen scheint. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Untersuchung an holländischen Oberschülern gezeigt hat, dass die Intelligenzwachstumsrate seit Erlernen der Transzendentalen Meditation im Vergleich zu einer nicht-meditierenden Kontrollgruppe signifikant anstieg.

4. Die Transformationsdynamik Kreativer Intelligenz

Nach Abschluss des ersten Kurses über die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz ermutigte mich Maharishi dieses Wissen für eine Doktorarbeit (in physikalischer und theoretischer Chemie) zu nutzen. Ausgangspunkt meiner ersten Überlegungen von 1972/73 war Lektion 8 des WKI-Kurses über die Beziehung zwischen Kreativer Intelligenz und Bewusstsein. Diese Lektion beschreibt

(1) wie die - im Zustand der geringsten Anregung des Bewusstseins existierende - reine Intelligenz, sich
(2) ihrer eigenen Existenz bewusst und somit
(3) kreativ wird und wie
(4) dieser kreative Entfaltungsprozess ständig angetrieben wird durch den Rückbezug zum Ursprung und deshalb letztlich wieder zum Ursprung zurück führt.


Wir haben es also in der Bewusstseinsentwicklung mit einem selbstbezogenen Kreisen bzw. mit unitären Transformationen bzw. mit Rückkopplungsschleifen zu tun.

Diese unmittelbar im Bewusstsein erfahrbare Transformationsdynamik galt es zusammenzubringen mit dem von der Chemie beschriebenem Verhalten der Materie, das von der theoretischen Chemie auf allgemeine Naturgesetze zurückgeführt wird, zu deren Beschreibung wiederum die Sprache der Mathematik benutzt wird.

Von der empirischen Naturbeobachtung aus gesehen, ist die Mathematik einerseits abstrakt d.h. nur eine mentales Abbild der äusseren Realität, aber gleichzeitig exakt und damit zweifelsfrei. Wenn es gelänge eine direkte Verbindung zwischen den mathematischen Formeln und der Realität des Bewusstseins herzustellen, wie sie während der Transzendentale Meditation erfahren wird, würden die mathematischen Beziehungen ihren abstrakten Charakter verlieren und zu unmittelbar erfahrbaren Ausdrucksformen Kreativer Intelligenz werden, ohne dabei ihre Exaktheit zu verlieren. Diesen bewusstseinsbezogenen Ansatz habe ich damals an den wichtigsten Formalismen der physikalischen Chemie überprüft und das Endergebnis meinem Doktorvater Prof. Hermann Hartmann vorgelegt.
Der sagte dazu nur: Lesen sie F.W.J. Schelling.
Es stellte sich heraus, dass dieser deutsche Philosoph dieselbe Intelligenz-bezogene Vorgehensweise benutz hat, um zu einem bewusstseinsbezogenen Verständnis der Chemie zu gelangen: de.wikipedia.org/wiki/Schellings_System_der_Chemie
Das war einerseits eine erfreuliche Bestätigung für den Ansatz der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz, andererseits ergab sich aber daraus die Notwendigkeit den Prozess der Vereinheitlichung von subjektiver und objektiver Erkenntnis noch einen Schritt weiter zuführen, um die Selbst-wechselwirkung der zugrundeliegenden Realität mathematisch zu erfassen und damit die freie kreative Entfaltung aller Möglichkeiten mit einzuschliessen.

Das war dann das Thema meiner 1974/75 unter Anleitung von Prof. Hartmann durchgeführten Doktorarbeit, die vom Konzept der Lagrangefunktion(kinetisches Potential) und dem Prinzip des geringsten Aufwandes ausgeht und die sich unmittelbar auf den Vorgang der Transzendentale Meditation bezieht. In den nachfolgenden Jahren wurde dieser klassische Ansatz dann quantenfeldtheoretisch zu einer einheitlichen Feldtheorie der chemischen Bindung erweitert:
de.wikipedia.org/wiki/Kyu-Myung_Chung

Eine Anwendung des oben genannten vierstufigen Transformationsschemas der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz wurde 1974 in der Zeitschrift Schöpferische Intelligenz veröffentlicht. Darin wird gezeigt, dass die Richtungen im Raum ein unmittelbarer Ausdruck Kreativer Intelligenz sind und deshalb als Brücke zur vereinheitlichenden, transzendentalen Realität des Bewusstseins geeignet sind. Dies begründet z.B., warum bei Immanuel Kant eine kleine Schrift über die Richtungen im Raum den Übergang von den vor-kritischen zu den auf das Transzendentale Bewusstsein bezogenen, kritischen Hauptwerken markiert. Daher auch der Titel meines Aufsatzes:
Der Kantsche Begriff von den Richtungen im Raum im Lichte der Wissenschaft der Schöpferischen Intelligenz.
Der Auslöser zu diesem Aufsatz war ein Vortrag von E. Schiffgens über die kritischen Werke von Immanuel Kant, 1974, in Basel, den Oliver Werner organisiert hatte. Während derselben Veranstaltung sprach Frank Papentin über die naturwissenschaftlichen, vor-kritischen Schriften Kant`s.

5. Deutsche Pioniere der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz

Wohl in keinem Land der Welt hat Maharishi`s Wissenschaft der kreativen Intelligenz in den 1970er eine solche Welle an inderdisziplinären Studien ausgelöst wie in Deutschland.
Das 1977 erschienene Buch Verwirklichung der idealen Gesellschaft enthält eine Aufstellung von ca. 50 Examens- und Semesterarbeiten an Deutschen Hochschulen zum Thema interdisziplinäre Studien. Eine 1988 von der Deutschen MERU Gesellschaft veröffentlichte Liste von wissenschaftlichen Arbeiten und interdisziplinären Studien, die an deutschsprachigen Hochschulen durchgeführt wurden umfasst ca. 150 Titel.
All diese Listen sind bei weitem nicht vollständig geben aber einen Eindruck wie stark damals der Impuls zu einer fascherübergreifenden Integration des Wissens war.

Die Namen aller Pioniere von damals und ihre Forschungsthemen können hier leider nicht genannt werden. Zwei Personen verdienen jedoch besondere Erwähnung:
Prof. Dr. Hartmut Schenkluhn und Prof. Dr. Klaus-D. Kniffki,
die beide 1971 den Forschungsring Schöpferische Intelligenz ins Leben riefen, aus dem dann 1975 die Deutsche MERU Gesellschaft e.V. hervorging, die bis zum Jahre 2002 existierte. Von Anfang an widmete sich dieser wissenschaftliche Verein der Betreuung und Koordination der deutschen Forschungen im Bereich der Transzendentalen Meditation und der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz. Die daraus hervorgegangenen Seminar-, Examens- und Doktorarbeiten wurden in einer Spezialbibliothek mit Schwerpunkt Bewusstseinsforschung gesammelt und waren Interessenten per Fernleihe zugänglich. Ein weiterer Schwerpunkt war die Durchführung von Modell-Projekten im Gesundheitswesen, der Rehabilitation, der Konfliktverhütung sowie die Organisation von wissenschaftlichen Symposien, Konferenzen und Seminaren.

6. Drei Beispiele TM-bezogener interdisziplinärer Forschungsarbeiten

Die folgenden drei Beispiele TM-bezogener interdisziplinärer Forschungsprojekte wurden gewählt, weil ich mit den Themen ein grosses persönliches Interesse verbinde. Die Reihenfolge der Beispiele illustriert drei praktische Entfaltungsschritte der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz:

(I) Transzendentales Bewusstsein, (II) Transformationsdynamik im Übergangsbereich( Belebung des Naturgesetzes), (III) Handeln in Übereinstimmung mit dem Naturgesetz.


(I) Geisteswissenschaft: Transzendentales Bewusstsein

Emanuel Schiffgens: Das Transzendentale Bewusstsein in der kritischen Philosophie Kants Magisterarbeit an der Philosophischen Fakultät der Technischen Hochschule Aachen,1977
Aus der Einleitung:
Diese Untersuchung will die Transzendental-Philosophie als dynamischen Erkenntnisprozess erfassen, in dem - um der Selbstverwirklichung im praktischen Leben willen - die Erkenntnis der Einheit des Bewusstseins angestrebt wird. Zentrale Bedeutung kommt in dieser Hinsicht dem Begriff des Transzendentalen selbst zu. Kant definiert diesen Begriff in seinem Bezug auf die Erkenntnis wie folgt: Ich nenne alle Erkenntnis transzendental, die sich mit unserer Erkenntnisart, so fern diese a priori möglich sein soll, überhaupt beschäftigt.
Wir wollen diese apriorische Erkenntnisart mit Kants eigenen Worten Transzendentales Bewusstsein nennen.
In der Kritik der reinen Vernunft, die das Erkenntnisvermögen des Menschen erforscht, kommt das Transzendentale Bewusstsein in seiner das verstandesmässige Denken prinzipiell ordnenden Wirkung zur Darstellung. In der Weiterführung dieses Gedankens der inhärenten Ordnungskraft des Transzendentalen Bewusstseins wenden wir uns im Verlauf unserer Untersuchungen auch den beiden anderen Kritiken zu. So versuchen wir in der Kritik der praktischen Vernunft, die das Begehrungsvermögen thematisiert, seine apriorische Bedeutung für das menschliche Wollen und Handeln zu entdecken. In der Kritik der Urteilskraft, die das Urteilsvermögen des Menschen mit seinem ihm innewohnenden Gefühl der Lust oder Unlust bezüglich der Förderung oder Hemmung der Lebenskräfte behandelt, werden wir untersuchen, welchen Wert das Transzendentale Bewusstsein - als ursprüngliches Lebensprinzip - dort für die Entwicklung des Lebens hat. Behandeln wir die drei Kritiken in dieser Abfolge, um den ganzen Bereich des menschlichen Lebens mit seinen Aspekten des Denkens, des Handelns und des Fühlens in unsere Vorstellung des praktischen Lebens einzubeziehen, so tun wir das aus einer transzendental-methodologischen Notwendigkeit: In der Kritik der reinen Vernunft müssen wir nämlich erkennen, dass der Begriff des transzendentalen Bewusstseins für den Verstand nur von spekulativem Wert ist und seine Realität dort nicht erfasst wird. Aus diesem Grund wenden wir uns auf der Suche nach dem Ort seiner Sicherung der praktischen Realität, Schritt für Schritt der Kritik der praktischen Vernunft und der Kritik der Urteilskraft zu.
Wenn es uns auch gelingt, auf diesem Weg eine immer höhere Entwicklung des Verständnisses vom transzendentalen aufzuzeigen, so bleiben wir jedoch auch zu ende des kritischen Geschäfts hinsichtlich des Wissens um das praktische know-how, wie Kant konkret zu diesen Erkenntnissen gelangt im Ungewissen. Wir greifen deshalb im Anschluss an die Behandlung der kritischen Hauptwerke zu seiner Logik, die er als Handbuch für seine Schüler herausgeben liess, wo er im letzten Paragraphen der Allgemeinen Methodenlehre zur Beförderung der Vollkommenheit des Erkenntnisses wie selbstverständlich vom Meditieren spricht und sagt: Das Meditieren muss alles lesen und lernen begleiten.
Dieser Hinweis auf die Notwendigkeit des Einbezugs der Meditation in die Transzendental-Philosophie lässt uns auf die Methode der Transzendentalen Meditation aufmerksam werden, deren Wissen und Praxis von Maharishi Mahesh Yogi weltweit wieder belebt hat.
Die Intension der vorliegenden Arbeit in Hinblick auf die gegenwärtige Kant-Forschung liesse sich folgendermassen zusammenfassen:
( a )In der Herausarbeitung des kritischen Selbstverständnis des Philosophierens als einem Weg, der auf die theoretische Entdeckung und praktische Verwirklichung des allen Denkens, Handelns und Fühlens bedingenden Transzendentalen Bewusstseins ausgerichtet ist,
( b )in der Betonung der Tatsache, dass Kants transzendentale Erkenntnisse in seinem kritischen Hauptwerk als Früchte einer seine Arbeit stetig begleitenden Meditationspraxis zu verstehen sind, und
( c ) im Hinweis auf die heutige Verfügbarkeit einer solchen Meditationspraxis, beabsichtigt diese Untersuchung ein neues praktisches Verständnis der Kantischen Transzendental-Philosophie, das den Kant-Forschern erlaubt, den kreativen Erkenntnisakt Kants in ihrem eigen Bewusstsein adäquat nachzuvollziehen.


(II) Naturwissenschaft: Transformationsdynamik im Übergangsbereich

Bernd Zeiger: Klassische Störungstheorie nicht-reaktiver molekularer Wechselwirkungen, Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften im Fachbereich Chemie der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main, 1975.
Aus der Einleitung und dem Schluss:
Jede noch so spezielle naturwissenschaftliche Untersuchung ist immer von bestimmten Vor-Urteilen (H. Hartmann) über die Natur als Ganzes getragen. Diese Vorurteile bestimmen Richtung und Fortgang der Erkenntnis. Um Klarheit über die Bewusstseinsstrukturen zu haben, die für eine Theorie molekularer Wechselwirkungen grundlegend sind, nutzt der Verfasser den interdisziplinären Ansatz der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz(WKI).
Die WKI untersucht die Bedingungen und Gesetze kreativer Bewusstseinsprozesse. Es zeigt sich dabei, dass eine Parallelität zwischen den Vorgängen und Strukturen der äusseren- physikalischen Welt und den Prozessen und Strukturen des Bewusstseins besteht. So kann die für die WKI grundlegende Praxis der Transzendentalen Meditation ( TM ) als subjektives Analogon zur Methode der Teilchen-Streuung aufgefasst werden:
Der Elementarvorgang der Teilchenstreuung ist die Wechselwirkung eines einfallenden Teilchenstahls mit dem Streuzentrum. Der sich vom Streuzentrum wegbewegende Teilchenstrahl wird durch die Wechselwirkung mit dem Streuzentrum bestimmt. Diese Wechselbeziehung besteht in einem Austausch von Energie und Impuls mit dem Streuzentrum.
Entsprechend besteht die Transzendentale Meditation aus einer Einwärtsbewegung des Geistes (Bewegung zum inneren Zentrum) un einer Aufwärtsbewegung des Geistes. Durch die dazwischen stattfindende Wechselbeziehung mit dem Ursprung der Gedanken ist der Zustand des Geistes nach der TM im allgemeinen durch ein Mehr an Energie, Intelligenz und anderen Qualitäten gekennzeichnet.
Analogie-Betrachtungen dieser Art führten den Verfasser zu der Überzeugung, dass kinetische Theorien sich immer auf folgendes elementare Schema zurückführen lassen:
Was uns bei Streu-Experimenten und bei Experimenten im Rahmen der chemischen Kinetik im allgemeinen gegeben ist, sind
(1) ein definierter Anfangs- (A) und
(2) Endzustand (E). Der Übergang von (A) nach (E) wird durch die
(3) dazwischen stattfindende Wechselwirkung bestimmt und
(4) ein Prinzip, welches die im Zwischenbereich stattfindende Wechselwirkung auf ein ruhendes Zentrum, einen stationären Zustand, etc. bezieht.
Dem Studium von Modellen kommt dabei eine Schlüsselrolle in unserem Verständnis der Natur zu. Modelle sollen die Struktur des betrachteten Phänomenbereiches in idealisierter Form darstellen und zwar so, dass sich die Gesamtheit der Erscheinungen des Gebietes schliesslich durch das Zusammenwirkungen der einfachen Fälle entstanden auffassen lässt. (H. Hartmann). Das Studium der Modelle erfährt eine Ergänzung durch das Studium der Grundstrukturen unseres Bewusstseins, wegen der erwähnten Parallelität (von objektiver und subjektiver Realität).


(III) Wirtschaftswissenschaft: Handeln in Übereinstimmung mit dem Naturgesetz

Bernhard Köck: Management by Natural Law - Neue Erfolgsprinzipien in der Wirtschaft. Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Diplom-Bretrienswirt an der Fachhochschule Landshut, 1982.
Aus dem Vorwort und den Schlussfolgerungen:
Bisher wurde die Natur von Wirtschaft und Industrie als ein Bereich angesehen, den es auszubeuten gilt. Der Mensch sah sich als Herr über die Natur, verfügte nach Belieben über Bodenschätze, Tier- und Pflanzenwelt und veränderte die Umwelt nach seinem Gutdünken. Die Folgen aber wurden bald offensichtlich: durch unbedachtes Eingreifen des Menschen kommt die Natur aus ihrem Gleichgewicht und der Mensch muss die Rückschläge seiner Handlungen auf sich nehmen. Die wachsende Umweltverschmutzung ist nur ein Beispiel dafür, wie negative Auswirkungen der schwächen im wirtschaftlichen Handeln den Menschen ständig vor neue, scheinbar unüberwindliche Probleme stellen. Daraus wird ersichtlich, dass der Mensch nicht wirklich Herrschaft über die Naturgesetze hat, denn er verletzt sie ständig und schadet damit sich selbst.
Management by Natural Law ist eine neue Konzeption, die den Menschen dazu befähigen soll, sein Handeln in Einklang mit den Naturgesetzen zu bringen. Das Vorbild für das neue Konzept liefert die Natur selbst. Im ersten Abschnitt der Arbeit wird dargelegt, dass die Natur Managementqualitäten besitzt. Um die Diskrepanz zwischen menschlichem Verhalten und Naturgesetzen zu beseitigen und es dem Menschen zu ermöglichen, sich die Managementqualitäten der Natur zu eigen zu machen, wurde ein neues Wissen nötig. Die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz ist die theoretische und praktische Grundlage vom Management by Natural Law. In der Technik der Transzendentalen Meditation – dem praktischen Aspekt der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz – verfügen Führungskräfte und Angestellte aus der Wirtschaft über eine praktische Methode, sich die Naturgesetze für ihre Aktivität zunutze zu machen.
Management by Natural Law bringt neue Erfolgsprinzipien in die Wirtschaft. Zahlreiche Forschungsergebnisse betätigen, dass dieses neue Konzept von grosser Bedeutun ist, sowohl für den Erfolg der Aktivität des Einzelnen als auch für den Fortschritt der Wirtschaft als Ganze.
Die eskalierenden Probleme in der Wirtschaft verlangen, dass das Management die Zeichen der Zeit erkennt und sich neuen evolutionären Prinzipien der Betriebsführung zuwendet, um die von Maslow und andren geforderte Selbstverwirklichung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu erreichen. Der neuen Konzeption vom Management by Natural Law könnte dabei eine wegweisende Funktion zukommen. Denn dieser Ansatz beinhaltet systematische Technologien zur Bewusstseinsentwicklung, die bereits von mehreren Millionen Menschen erprobt worden sind und deren Wirkungen man wissenschaftlich eingehend untersucht hat.
Der Verfasser erhofft sich, dass diese neue Konzeption in der Wirtschaft baldige Anerkennung und Verbreitung finden möge, damit die Wirtschaft nicht nur mit ihren bestehenden Problemen fertig wird, sondern darüber hinaus auch dem arbeitenden Menschen zu Erfolg und persönlicher Erfüllung verhilft.


7. Interdisziplinäres Studien-Programm

Ab 1976 bot die Deutsche MERU-Gesellschaft auch das zwischen 1972 und 1974 an der Maharishi International University, USA, entwickelte interdisziplinäre Grundkursprogramm an, das sich in 24 Fachbereichen mit jeweils 10 Video-Vorträgen gliedert.

Als Vorsemester (ohne numerus clausus)soll das interdisziplinäre Studienprogramm den Studenten in deutschsprachigem Raum eine erweiterte Sicht ihres Fachbereiches und eine maximale Nutzung des universitären Studienangebotes ermöglichen.

Eine ausführliche Darstellung des Vorsemesters findet sich im MERU-Journal Nr. 25/26 von 1976. Ergänzend dazu wurde auch eine Informationsbroschüre gedruckt. Darin heisst es:

Der Zweck der Bildung besteht nicht nur in der Vorbereitung auf den späteren Beruf, sondern ebensosehr in der vollen Entfaltung des kreativen Potentials des Menschen. Ein gebildeter Mensch sollte erfüllt sein in seinem persönlichen Leben, Erfolg im Beruf haben und gleichzeitig umfassend und dauerhaft zum Wohlergehen und Fortschritt in der Gesellschaft beitragen. Wirklicher Erfolg im Leben erfordert grosses Wissen. Vollständiges Wissen schliesst nicht nur eine Ausbildung in den traditionellen akademischen Disziplinen ein, sondern auch das Wissen über die Grundlagen des Erfolges im Leben, d.h. über den Ursprung allen Wissens und aller Aktivität, das Feld der reinen Intelligenz.

Zur Dokumentation der interdisziplinären Forschungen und Bildungsimpulse auf der Grundlage der Transzendentalen Meditation gab die deutsche MERU-Gesellschaft im Lauf der Jahre unter verschiedenen Namen ein Publikations-Organ heraus, zunächst bis 1975 die Fortschrittsberichte: Schöpferische Intelligenz, dann bis 1980 das MERU-Journal und danach die Mitteilungsblätter der Deutschen MERU-Gesellschaft (bis ca. 1990).

Zu den letzten interdisziplinären Veröffentlichung der Deutschen MERU Gesellschaft gehören

die Übersetzung eines Aufsatzes von John Hagelin aus der Zeitschrift Modern Science and Vedic Science 3, 3-74(1989) mit dem deutschen Titel Neuaufbau der Physik aus ihren Grundlagen im Lichte von Maharishi`s Vedischer Wissenschaft,

die 1992 unter dem Titel Maharishi Gandharva Veda zum Buch erweiterte Abitursarbeit von Gabriel Hartmann: Die Klassische Musik der Vedischen Hochkultur-Eine Einführung in die musiktheoretischen Grundlagen,

sowie 1994 die Dokumentation: Maharishi Ayur-Veda und modernes Gesundheitswesen. Für Führungskräfte im Gesundheitswesen.


Diese Schwerpunktsverschiebung in den interdisziplinären Studien macht verständlich, warum sich die MERU-Gesellschaft dann aufgelöst hat: das ursprüngliche Ziel war erreicht.


(wird fortgesetzt: Weiterentwicklung der interdisziplinären Studien im Zeitraum von 1976 bis 2000)
Letzte Änderung: 7 Jahre 7 Monate her von admin. Begründung: bessere Lesbarkeit des Textes
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Einführung in interdisziplinäre Studien Teil 2 8 Jahre 2 Monate her #51

Schrittweise führt die bisher dargestellte erste Ebene interdisziplinärer Studien zu immer umfassenderen Ebenen interdisziplinärer Integration. Diese horizontale Expansion entspricht einer zunehmenden Stabilisierung von Ritambhara Pragya.

Die Ausübung der Transzendentalen Meditation wird dadurch nicht überflüssig, sondern erweist sich als Bezugssystem bei der ständigen Rückkopplung zum Heim allen Wissens: Transzendentales Bewusstsein.

Natürlicherweise muss ich mich bei der folgenden Darstellung der weiteren Ebenen interdisziplinärer Integration auf das beschränken was mir selbst hilfreich war und was ich selbst nachvollzogen habe. Weitergehende Hinweise sind den Büchern und Vorträgen Maharishis zu entnehmen. Das bedeutet aber nicht, dass zusätzlicher Lernstoff gepaukt werden muss, um interdisziplinär kreativ zu sein. Die bereits bekannten Fachdisziplinen genügen vollauf. Was hinzutritt sind bestimme natürliche und anstrengungslose Methoden zur Entfaltung des ungenutzten Gehirnpotentials.

1. Vertrautheit mit allem Wissen

Wer annimmt, dass es bei interdisziplinären Studien im Rahmen der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz um eine rein intellektuelle Denksportaufgabe geht, der liegt falsch. Interdisziplinarität ist mehr als nur das Aufzeigen von Analogien oder Beziehungen zwischen einzelnen Disziplinen. Es geht um die bewusste Belebung des gemeinsamen Verbindungspunktes also einer Realität, die als Transzendentales Bewusstsein alle einzelnen Disziplinen überschreitet.

Aber auch der irrt sich, der meint Interdisziplinarität würde eine Fachausbildung überflüssig machen. Interdisziplinäre Vereinheitlichung hat nicht den Zweck den Wert der einzelnen Fachdisziplinen aufzuheben oder zu schmälern vielmehr soll ihre Eigenständigkeit und Besonderheit noch gestärkt und genutzt werden.

Das von Maharishi in diesem Fall immer wieder benutzte Beispiel ist das Wässern der Wurzel wobei die verbesserte Versorgung eines Baums mit Nährsaft jedem einzelnen Blatt zugute kommt.
Die interdisziplinäre Funktion Transzendentalen Bewusstseins besteht also in zunehmender Vertrautheit mit allem Wissen und damit in der schrittweisen Belebung von Ritambhara Pragya.

Oft habe ich im meines Lebens beobachtet, dass die zunehmende Vertautheit mit allem Wissen dazu verleitet, sich vorschnell als Experte eines bestimmten Fachgebiet anzusehen, ohne aber dieses Gebiet wirklich im Detail studiert zu haben. Der berechtigte Eindruck der Naivität, den Fachleute dann haben, kann nur dadurch vermieden werden, dass nur über die Dinge bzw. Sachverhalte geredet und geschrieben wird, die auch ernsthaft im Detail studiert wurden. Das Studium der Details irgend eines Fachgebietes muss Hand in Hand gehen mit der Entfaltung des Bewusstseins. Welcher Bereich dabei studiert wird ist unwesentlich. Es gilt die Regel: eine Sache richtig verstanden im Leben ist genug.

Maharishi gibt dafür als Grund an, dass das gesamte Relative das Hilfsmittel ist, das Absolute zu verwirklichen:

It is the world that helps us to locate the Absolute. It is relativity that helps or proceeds to locate Absolute. And what we find? It is a natural phenomenon that the relativity has the Absolute. We say on both levels, principle and experience. The principle is that the sap is wherever the petal is. Relative is wherever the Absolute is. The relativity proceeds to unfold the Absolute, by nature.
TM is that procedure which involves one`s nature to unfold the depth of one`s nature, the Absolute. So it is our experience that relativity leads to the Absolute. Relativity leads to the exposion of the Absolute. Relativity exposes the Absolute. The world reveals Brahman. That is why we hail the world as one fullness. Relativity (is) one fullness, Absolute another fullness. And this one is not the other , this is one way of saying it. And then another way of saying it is, two fullnesses, both are the same. No relativity only Absolute.
(1973)

Damit der moderne Mensch beim Eindringen in irgend einen Bereich des Lebens nicht das Ziel aus dem Auge verliert, hat Maharishi im Laufe der Jahrzehnte die folgenden Richtung-gebenden Impulse für wichtig erachtet. Die Präsentation dieser Richtungsimpulse folgt ungefähr der zeitlichen Abfolge ihrer Belebung durch Maharishi:

1.Technik der Transzendentalen Meditation (ab 1955)

2.Wissen ist im Bewusstsein strukturiert: Richo Akshare (ab 1970)

3.TM-Sidhi Techniken (ab 1976)

4.Einheitliches Feld der Supergravitation (ab 1982)

5.Gruppen Yogischer Flieger (ab 1984)

6.Interdisziplinäre Rolle des Ayurveda (ab 1985)

7.Kulturelle Integration und Naturgesetz - Ishvara (ab 1987)

8.Einheit von Anfang und Ende: Prachetana (ab 1990)

9.Veda und Vedische Literatur in der Physiologie (ab 1994)

10. Zehn Strukturen der Ganzheit (2008)


Wenn also mit dem Einheitsbewusstsein ein solcher Grad an Vertrautheit mit allem Wissen erreicht ist, dass jedes fachliche Detail als Ausdruck der Totalität des Bewusstseins gesehen wird, dann ist der einzelne ein Experte in jedem Fachbereich egal ob er diesen studiert hat oder nicht. Die oben genannten Schritte sollen jetzt unter diesem Gesichtpunkt behandelt werden.
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